05.01.2021

Arbeitsmarkt im Dezember

Versäumnisse auf der ganzen Länge

Im vergangenen Dezember haben hochgerechnet 4.857.000 Menschen sogenannte Lohnersatzleistungen bekommen. Dies sind 125.000 mehr als im Vormonat. Davon erhielten 1.061.000 Arbeitslosengeld I und 3.796.000 Arbeitslosengeld II. Das sind 25.000 Arbeitslosengeld I Bezieher mehr als im Monat November. Während die Zahl der Arbeitslosengeld II Bezieher um 3.000 zum Vormonat zugenommen hat.

Zusätzlich gingen vom 1. bis 28. Dezember für 666.000 Menschen Anträge auf konjunkturelle Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen ein. Das sind 129.000 mehr als im Monat davor.

Der Arbeitsagentur lagen im Dezember lediglich 581.000 Arbeitsstellen vor. Dies sind 20.000 weniger als im November und ein Minus von 105.000 Stellen zum Vorjahresmonat.

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, wie persönliche Coachings mit den Themen „Bewerbung“, „Existenzgründung“ und „Digitalisierung“ wurden im Dezember für 800.000 Personen genehmigt. Das waren 2.000 mehr als im November. Aber gigantische 99.000 weniger als im krisenfreien Vorjahreszeitraum. So kann das mit einer Krisenbewältigung nichts werden.

Deutschland braucht dringend moderne, sprich neu weitergebildete Arbeitskräfte. Anstatt die aktuellen Arbeitsmarktdaten schön zu reden, sollte der Bundesarbeitsminister schleunigst die „Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung“ und deren Unterstrukturen modernisieren.

Ziel muss eine schnelle Weiterbildungsmöglichkeit für die aktuellen Lohnersatzbezieher sein. Aber auch zukunftsgefährdete Berufe müssen vorbeugend die Möglichkeit zu nachhaltigen, berufsbegleitenden Weiterbildungen bekommen. Diese dürfen nicht erst in der Arbeitslosenversicherung landen.

Unternehmen können für die berufliche Eingliederung von förderwürdigen Personen von der Arbeitsagentur ein sogenanntes Eingliederungsgeld bekommen. Dieses wurde im Dezember für 39.000 Arbeitnehmer gezahlt. Somit 24 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Insgesamt waren es 2020  minus 29 Prozent zum Vorjahr. Durch die Krise müssten diese Förderzahlen eigentlich höher als 2019 sein.  

Das Gleiche beim Gründungszuschuss. Diesen können förderfähige Personen beantragen, wenn sie unternehmerisch tätig werden und selbständig Werte sowie Arbeitsplätze in Deutschland schaffen wollen. Hier wurden lediglich 20.000 Personen im ganzen Jahr 2020 unterstützt. Zu der sowieso viel zu geringen Zahl, sind das nochmal 16,5 Prozent weniger als 2019.

Viele Zahlen des Arbeitsmarktberichts verweisen auf die Krise. Man solle doch Verständnis für die Situation entwickeln. Jedoch ist diese auf dem Arbeitsmarkt hausgemacht. Das Bundesarbeitsministerium mit seinen untergeordneten Behörden hat es in der bisherigen Legislaturperiode und auch letztes Jahr nicht geschafft, dringend notwendige Änderungen in der Arbeitslosenversicherung herbeizuführen.

So ist es nicht verwunderlich, das lediglich die geldverbrennende Kurzarbeit Millionen von eigentlich Arbeitslosen aus der Statistik raushält. Nachhaltige, bereichsübergreifende, moderne arbeitsmarktpolitischen Instrumente gibt es bis dato quasi nicht. Das die dringende Aus- und Weiterbildung während der Krise nicht hochgefahren werden kann, ist gelinde gesagt eine Schande für Deutschland.

In der aktuellen Phase gibt es aber weiterhin Chancen zu deiner Beschäftigung, Weiterbildung oder eigenen Geschäftstätigkeit. Wenn du dich jetzt wertvoll oder clever selbständig machst, zählt du zu den Gewinnern der Krise.

Wir unterstützen dich auf deinem nächsten Schritt bei einem Coaching oder der Anfertigung deines Lebenslaufs, Bewerbungsschreiben oder Kündigungsschreibens.