02.04.2021

Arbeitsmarkt im März

Seit über einem Jahr keine Massnahmenverstärkung

Arbeitsmarkt im März

Laut Bundesagentur für Arbeit haben im März hochgerechnet 4.936.000 Menschen sogenannte Lohnersatzleistungen bekommen. Gegenüber dem Vorjahresmonat waren dies 246.000 Personen mehr.

Von den Leistungsempfängern erhielten 1.031.000 Arbeitslosengeld I. Was insgesamt 61.000 weniger als noch im Februar wären. Arbeitslosengeld II bekamen dafür 3.905.000 Menschen und somit 38.000 mehr als im Vormonat. Damit haben sich die Empfänger von Arbeitslosengeld II allein dieses Jahr auf 109.000 Menschen erhöht.

Zusätzlich gingen vom 1. bis 25. März erneut für 197.000 Personen Anträge auf konjunkturelle Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen ein. Damit könnte die Gesamtzahl der Kurzarbeiter die 3 Millionenmarke überschritten haben.

Detaillierte Zahlen zur Kurzarbeit gibt es lediglich bis zum Monat September 2020. In diesem Monat lag die Zahl der Empfänger von Kurzarbeitergeld bei 2,24 Millionen Personen. Im Januar 2021 waren hochgerechnet 2,85 Millionen Menschen in Kurzarbeit.

Der Arbeitsagentur wurden im März 153.000 freie Stellen neu gemeldet und 127.000 wieder abgemeldet. Insgesamt lagen der Arbeitsagentur somit 609.000 Arbeitsstellen vor. Im Vergleich mit dem  Vorjahresmonat sind dies 82.000 Stellenangebote, sprich 12 Prozent weniger.

Selbst nach über einem Jahr andauernden Lockdown im Bildungsbereich hat es die Arbeitsagentur mit ihren zertifizierten Massnahmeträgern nicht geschafft, ausreichend virtuelle Bildungsmassnahmen für den dringend benötigten Fachkraftbedarf zu organisieren. Bei der massiven Zunahme der von der Grundsicherung abhängigen Personen ein Desaster.

So schiebt man die eigene Reformmüdigkeit oder Inkompetenz immer noch auf einen präsenzverhindernden Virus. Durch diese Tatenlosigkeit konnten wieder nur 783.000 Menschen eine arbeitsmarktpolitische Maßnahmen angehen. Was zum Vorjahr gigantische 17,5 Prozent weniger sind. Obwohl dieser Bereich der Arbeitsmarktaktivierung dringend benötigt wird. 

Die Zahl der Selbständigen ist vom dritten zum vierten Quartal 2020 nochmals um 53.000 gesunken. Damit hat im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Wirtschaftskräfte um 194.000 abgenommen. Zusätzlich schweben weitere 25.000 Unternehmen vor der Pleite, die aktuell jedoch noch politisch von ihrer Insolvenz verschont werden.