31.12.2020

Augenöffner 2020

Wachstum beginnt mit Schmerzen

Untätigkeit wird bestraft, immer. Noch letztes Jahr, meldete die deutsche Bundesregierung mit ihrem Bundesfinanzminister voran einen Staatsüberschuss von 19 Milliarden Euro. 

Ein paar Monate und ein kleiner Virus später, stürzt das seit Jahrzehnten errichtete deutsche Kartenhaus der Politik in sich zusammen. In allen gesellschaftlichen Bereichen offenbarten sich 2020 jahrelange Versäumnisse bis gravierende Fehlentwicklungen.

Treiber der aktuellen Krise ist ein marodes Gesundheitssystem aus zig gesetzlichen Krankenkassen, verbürokratisierten Versorgungsstrukturen, mit weggespartem Fachpersonal und einem teuren Hang zur Pharmaindustrie.

Das seit Jahrzehnten rückwärts gewandte Schulsystem war der zweite fallende Dominostein. Seit mehreren Jahren klagt die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft über einen Fachkräftemangel. Anstatt Bildung zeitgemäß und entsprechend zu reformieren, leistete sich die Lehrerschaft zusammen mit ihren anderen öffentlich angestellten Kollegen mitten in der Krise sogar noch eine Gehaltserhöhung. Von grundlegenden Reformen oder einem dringend benötigten, bundesweitem Bildungssystem statt kleinstaatlichen  Landesschulsystemen keine Spur. 

Auch gesetzliche Arbeitsagenturen und Jobcenter waren mit ihren altbackenen Arbeitsabläufen dermaßen von auferlegten Lockdowns getroffen, dass alle vorher aufs penibelste kontrollierte Fristen, Formulare bis persönliche Anwesenheiten einfach ausgesetzt wurden.

Nunmehr noch dringender benötigte Weiterbildungsmaßnahmen und Coachings wurden gar ersatzlos eingestellt. Denn auch die beauftragten Substrukturen wie Zertifizierer und Massnahmeträger konnten nicht so schnell, die bisher von ihnen geforderte Präsenzpflicht digitalisieren.

Ebenso machte das Pflegesystem in der Krise weiter negative bis traurige Schlagzeilen. Heillos überfordert, machten sich hier die jahrelangen Ausprägungen als Niedriglohnsektor besonders bemerkbar. Dies hübschte auch wenig, die viel zu spät einsetzende Ausbildungsgeneralisierung auf.

Ganz deutlich, zeichnete sich in der Krise auch die jahrelange Inkompetenz und völlig falsche Wirtschaftspolitik ab. Seit Jahrzehnten werden rückständige und altbackene Industrien mit Milliarden vollgepumpt und bejubelt. Der eigentliche Jobmotor und das wirtschaftliche Rückgrat der Gesellschaft sind aber die deutschen klein- und mittelständigen Betriebe.

Diese wurden selbst in der Krise mit ausgeprägtem Regulierungswahn, akutem Fachkräftemangel, komplizierten Steuergesetzen und allerlei Abgaben belegt. Die Auswirkungen der Aussetzung von Schulpflichten, zwangsweisen Kurzarbeitsregelungen bis Homeoffice trafen und treffen sie besonders hart.

Während Lufthansapiloten trotz Kurzarbeit mittels staatlicher Subventionen auf 100 Prozent ihres Gehaltes zählen können, plagt das kleine und mittlere Unternehmertum politisch unbeachtete Existenzängste.

Auf Details sind wir in unseren diesjährigen News eingegangen. Fakt ist, allein in den letzten 10 Jahre haben alle staatlichen Strukturen in Deutschland 14 054 000 000 000 Euro an Bürgergeldern verbraucht. Jedoch gibt es in allen politisch gelenkten Systemen einen enormen Reformstau.

Dieser kostet uns Bürger in den nächsten Jahren weitere Milliarden zusätzlicher Euro. Das Fatale daran, in den dazugehörigen Haushaltsdebatten von Bund und Ländern spricht man bei den Mehrausgaben weniger von einem schnellem, zukunftsgewandten Ändern der eigenen Strukturen.

Stattdessen will man die „deutsche Wirtschaft modernisieren“. Wie das gelingen soll, obwohl man nichtmal in seinem eigenen Aufgabenbereich dringende Modernisierungen umsetzen kann, scheint mehr als fraglich.

Zusammengefasst kann man für 2020 sagen, es war ein Augen öffnendes Jahr. Deutschland dürfte wohl das letzte Mal in den 60ern und im Ostteil Ende der 80er so viele Demonstrationen gegen politische Missstände gesehen haben. Insofern war dieses Jahr ein sehr trauriges aber auch dringend nötiges Jahr.

Jeder von uns ist nun gefragt, aktiv den bevorstehenden Wandel mitzugestalten. Deutschland und damit der gesamte Kontinent Europa braucht schnellstmöglich wieder Liberalisierung, Innovationsgeist und Tatendrang.

Eine steigende Arbeitslosigkeit zeigt den Bedarf sich weiter- oder grundlegend neu auszubilden. Eine sinkende Wirtschaftsleistung bedeutet einen Bedarf an neuen Geschäftsmodellen und Machern. Der Zusammenbruch der Sozialsysteme zeigt einen enormen Bedarf an frischen, zukunftsorientierten, kompetenten Kräften.

2021 wird somit das Jahr deines und unser aller Engagements werden. Du musst dich gegebenenfalls selbst neu aufstellen und auf jeden Fall mit anpacken, unsere Gesellschaft neu aufzustellen. Schließlich ist 2021 auch ein bundesweites Wahljahr.

Nunmehr gilt es aber erstmal vielen Dank zu sagen, für deine treue Leserschaft und dein Vertrauen in unsere Anwendungen: Lebenslauf, Bewerbungsschreiben, Kündigungsschreiben.

Wir wünschen dir einen freudvollen Rutsch und sehen uns gewohnt sowie mit vielen guten News im neuen Jahr 2021.

Dein Team von work7