18.10.2020

Fatales Monopol an Zukunft

Bildung muss endlich punkten

Das eine Kleinstaaterei auf Dauer keine Vorteile bringt, wussten schon die alten Könige, Herzoge und Fürsten im Jahr 1870. In aktuellen Zeiten einer europäischen Union erscheint es daher mehr als lächerlich, wenn deutsche Landesparlamente über globale Prozesse entscheiden.

Ein großer Lacher ist jetzt von der sogenannten "Kultusministerkonferenz der Länder" angestimmt worden. Die für Schule und damit Bildung verantwortlichen Vertreter der Bundesländer verkündeten nämlich diese Woche ganz stolz eine “zukunftsweisende Ländervereinbarung", die altbackener nicht sein kann.

Zur Erklärung. Obwohl du spätestens seit 1990 mit deinem Bildungsabschluss in ganz Deutschland zur Berufs- oder Studienwahl antreten kannst, legen im Jahr 2020 immer noch die einzelnen Bundesländer bildungsrelevante Belange für sich allein fest.

Das Thema Bildung gehört somit schon lang auf Bundesebene. Dort sind Kompetenzen aus bildungspolitisch besonderen Regionen zu verankern, wie zum Beispiel aus der sorbischen Lausitz oder dem plattdeutschen Sprachraum. Da dies aber schon lang verschlafen wurde, gilt es nun einen großen Teil der Bildung zu privatisieren.

Aber immer schön der Reihe nach. Anstatt nun wirkliche Innovationen zu verkünden, schwelgte besagte Kultusministerkonferenz eine völlig veraltete, 44 Artikel umfassende Vereinbarung aus. Die einzige zukunftsweisende Neuerung dabei war, den Bildungsrückstand nun länderübergreifend abzugleichen. Wobei die Bildungshoheit aber weiter bei den einzelnen Bundesländern verbleibt.

Eine Umsetzung dieser länderübergreifenden Vereinbarung dürfte sich somit sowieso wieder in den politischen Wirren der Landesparlamente verlieren. Vielleicht ist das aber auch gut so. Denn es muss bildungstechnisch in Deutschland schnellstens was passieren.

Eine gesellschaftlich akut notwendige sowie zukunftsgewandte Bildung lässt sich nicht durch ein Schulsystem verwirklichen.

Gerade aus aktueller Sicht ist es unverständlich, warum sich Schüler und Studenten einer akuten Ansteckungsgefahr durch Präsenzunterricht aussetzen müssen. In den letzten 7 Monaten hätte man die Weichen weg von einer "Schulpflicht" hin zu einer "Bildungspflicht" mit all ihren Vorteilen stellen können.

Statt Lebenszeit raubenden „One-Fits-All“ Lehrplänen, hätte man ab einer Grundlernphase auf talentbasierte Neigungskurse schwenken können. Diese in selbstorganisierten Kleingruppen oder digital stattfindenden Lernkurse müssten schnellstens privatisiert werden. Denn Deutschland braucht - moderne- Fachkräfte.

Diese werden jedoch nicht in neun bis zwölf Jahren plus Berufsschule oder Studium von Angestellten im öffentlichen Dienst gemacht, die scheinbar lieber turnusmässig für ein höheres Gehalt demonstrieren als für individuell ansprechende sowie entwicklungsbedingte Lernprozesse im Spiegel der Gesellschaft.

Gerade im aktuellen Wandel der Branchen bis Berufe werden sich die Unternehmen in Deutschland mehr dem Neigungslernen widmen. Auffällig ist jetzt schon, dass man besonders in großen Firmen Schüler oder Studenten mit krummen und zensurfernen Lebensläufen sucht.

Für den Wandel, auch in der eigenen Branche, braucht man nämlich keine auf Geld dressierten Papageien sondern selbständig denkende, handelnde, motivierte junge Menschen.

Diese bekommt man jedoch nur, wenn man ihren individuellen Biorythmen und Neigungen gerecht wird. Nicht nur die Betroffenen, auch die staatsnährenden Unternehmen stellen sich die Fragen: Warum muss ein junger “GarageBand“-Profi allein in einem Großstadtpark sein Herbarium zusammenpflücken? Warum muss heutzutage ein Fussballtalent um 7.45Uhr am Keyboard vorspielen, anstatt zu trainieren? Warum muss ein Bastler und Programmierer nach einer sättigenden Großküchenpause Geschichtszahlen vorbeten können? Warum gibt es eigentlich Sportnoten und keine Likes? Und so weiter und so weiter.

Statt in der aktuellen Krise nach vorn zu schauen, hat man sich schon im Juli ein 500 Millionen Euro teures Steuergrab für Schullaptops geleistet. Studien belegen, dass sich eine Digitalkompetenz nicht von schulischen Lernprozessen ableiten lässt, sondern vom Freitzeitgebrauch digitaler Endgeräte. Das Geld wäre bei den Familien also viel besser aufgehoben gewesen.

Ausserdem sind digitale “Lernplattformen“ wie YouTube, Wikipedia oder Google jetzt schon viel näher an der Zielgruppe dran und dürften mehr junge wie alte Bürger zum “Lernen“ begeistern als alle teuer betriebenen Bildungseinrichtungen aller deutschen Bundesländer.

Das wissen auch die Unternehmen, die in keinem der jetzt vereinbarten Artikel die Anforderungen an Bildung explizit mitbestimmen dürfen. Somit wird das staatliche Monopol an der Bildung und Lebenszeit unserer Kinder früher oder später von den gesellschaftlichen Ereignissen überrollt werden. Das ausweglose Klammern an alte Pfründe wird derweil weitere Milliarden an Steuergeld verplempern.

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