16.01.2021

BIO bald wieder normal?

Wandel in der Landwirtschaft beschleunigen

BIO bald wieder normal?

Hast du dich auch schonmal gefragt, was du vor der Einführung der BIO-Siegel für Nahrung gegessen hast oder was du aktuell verspeist, wenn es kein ausweisliches BIO-Produkt ist? Es ist schon sehr verwunderlich, dass BIO kein normaler Standard für uns Lebensmittelkäufer mehr ist.

Aber nicht nur, dass wir Konsumenten unter der Industrialisierung der Landwirtschaft leiden, auch unsere Umwelt und die Tiere stöhnen unter der Nitratbelastung, genetisch veränderten Pflanzen, Dauerstress bis Medikamentenfutter.

Die Landwirtschaft wieder allumfassend zu einem humanen und naturverbundenen Gewerke zu machen, hat sich jetzt das Umweltbundesamt auf die Fahnen geschrieben. So soll den Landwirten eine Ökologisierung schmackhaft gemacht und bestehende Ansätze gestärkt werden.

Dringende Umwelt- und Naturschutzanliegen sollen mit Förderungen eine breite Akzeptanz und freiwillige Umweltleistungen von Landwirten erzeugen. Dafür hat das Bundesumweltministerium jetzt ein zehn Punkte umfassendes Programm in den Ring geworfen.

  1. Flächen mit besonderem Wert für die Artenvielfalt sollen 10 Prozent der Agrarlandschaft ausmachen.
  2. Durch eine kleinteilige, abgezäunte oder natürlich abgeschirmte Flächenbewirtschaftun soll die Struktur- und Artenvielfalt sowie der Erosionsschutz in der Agrarlandschaft abgesichert werden.
  3. Landwirte mit sogenannten Natura-2000- und Naturschutzgebieten im Bestand sollen einen sogenannten Schutzgutzuschlag erhalten.
  4. Zum Schutz von Mooren und Feuchtgebieten soll dort befindliches Ackerland in entsprechendes Dauergrünland umgewandelt werden. Dies aus Gründen des Klima-, Wasser- und Bodenschutz. Da die erneute Rückumwandlung ausgeschlossen werden soll, sollen Einkommens- als auch Wertverluste ausgeglichen werden.
  5. Betriebe die ihre Werte nach der Stoffstrombilanz-Verordnung unterschreiten, sollen dafür belohnt werden. Insbesondere sind hier die Nährstoffüberschüsse für Stickstoff und Phosphor durch intensive Massentierhaltung angesprochen.
  6. Für Acker- und Dauerkulturflächen, auf denen keine Pestizide angewendet werden oder deren Einsatz im Vergleich zu den Vorjahren im Betrieb mindestens halbiert wird, soll als Insekten- und Gewässerschutz belohnt werden.
  7. Vielfältige Fruchtfolgen mit mindestens fünf Hauptfruchtarten und mindestens 10 Prozent Leguminosen sowie Zwischenfrüchten sollen zum Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, zur Pestizidreduktion und als Beitrag zur betrieblichen Risikoabsicherung Anwendung finden.
  8. Die gemässigte Bewirtschaftung von Dauergrünland mit dem Nachweis von mindestens vier regional benannter Kennarten, sollen zu blütenreichen Wiesen und Weiden führen. 
  9. Der Tierbestand von Rindern, Schafen und Ziegen soll an die mögliche Hauptfutterfläche gebunden werden. Gleichzeitig soll die Besatzdichte pro Dauergrünlandfläche reduziert werden. Dies soll, wie der Verzicht auf Mineraldünger, den gesamten Einsatz von Wirtschaftsdüngern reduzieren und so insbesondere zum Gewässer-, aber auch zum Klimaschutz beitragen.
  10. Zusätzlich soll die Grünlandnutzung mit flächengebundener Tierhaltung schonender gestaltet werden. Diese umsichtige Weidehaltung soll vor allem das Tierwohl, aber auch die biologische Vielfalt fördern.

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