21.12.2020

Produktherkunft verschärft

Deine Chance in einzigartigen Lebensmitteln

Ein echter Morbier-Käse wird im französischen Jura-Gebirge hergestellt. Seit dem Jahr 2000 ist sein Name auch geschützt. Ein nicht in der Region ansässiger Käseproduzent zählt seit 1979 auch einen Morbier zu seinem Sortiment. Jedoch unter anderem Namen.

Dagegen klagte sich der "Morbier-Herstellerverband" bis vor den europäischen Gerichtshof. Dieser hat nun ein weitreichendes Urteil verkündet. 

In der europäischen Union garantiert die geschützte Ursprungsbezeichnung "g.U.", dass die Erzeugung, Verarbeitung und Zubereitung eines Produktes in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgt ist. Alle Produktionsschritte müssen auch in der Region stattfinden. So weisen die Produkte meist Merkmale auf, die ausschließlich mit dem Gebiet und den Herstellern verbunden sind.

Ein weiteres Zeichen mit der Abkürzung "g.g.A." soll die Verbindung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Lebensmittel mit einer Herkunftsregion schützen. Hierbei muss aber lediglich einer der Produktionsschritte in der Herkunftsregion stattgefunden haben. Das für die Herstellung verwendete Rohmaterial kann dabei auch aus einer anderen Region stammen.

Ein drittes EU Siegel mit dem Kürzel "g.t.S.“ soll die traditionelle Zusammensetzung eines Produkts oder eines traditionellen Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren schützen. Dabei ist der geografischen Ursprung, also auch der Ort der Produktionsprozesse egal.

Aktuell sind über 3.734 Lebensmittelprodukte in der EU geschützt. Davon kommen 188 aus deutschen Landen, drei aus der Schweiz und 72 aus Österreich.

Der europäische Gerichtshof hat im Fall des Morbier-Käse jetzt nochmal eine Linie gezogen. Agrarerzeugnisse mit geschützter Herkunftsbezeichnung dürfen demnach von fremden Anbietern nicht nur nicht so genannt werden, sondern dürfen ab sofort auch nicht so aussehen.

Produkte, die nicht den Namen des Originals haben, aber täuschend ähnlich sind, können demnach trotzdem wegen Verbrauchertäuschung verboten werden. Dabei sollen aber alle maßgeblichen Umstände, einschließlich der tatsächlichen Zusammenhänge geprüft werden. Was sicherlich weiter die Gerichte beschäftigen wird.

Hast du ein wirklich einmaliges Rezept oder ein spezielles Produkt aus deiner Region, dann lohnt sich vielleicht dessen geschützte Herstellung. Frage dazu gern ein Coaching bei uns an oder erstelle bei uns einfach deinen Lebenslauf, Bewerbungsschreiben oder Kündigungsschreibens.