28.10.2020

Pauschalreise in die Insolvenz

Deine Chancen im neuen Reisemarkt

Ist dein pauschaler Sommerurlaub auch am asiatischen Wildtiermarkt gescheitert? Der Gedanke ans Blumengießen lässt dich seit deiner Sommerquarantäne auf Balkonien nicht mehr schlafen? Dein Reisebüro liegt mit politisch verordnetem Husten auf der Herz-Lungen Intensivstation? Dein Reiseanbieter hat dir im Taumeln für deine Vorauszahlungen noch einen Gutschein ausgestellt?

Fragen über Fragen, welche die deutschen Gesetzgeber nach fast acht Monaten jetzt endlich abschließend behandeln konnten. Während die seit Jahrzehnten vernachlässigten Gesundheitskämpfer nämlich täglich ihr Leben riskieren, mimen unsere Politiker ja die Vorbildlichen und „getrau(t)en“ sich nicht in ihre Parlamente.

Im August stellte man uns Reisende dann vor die Wahl, entweder Gutschein oder Erstattung. Die Gutscheine für vor dem 8. März angezahlte Pauschalreisen sollten dann durch die gesetzliche Insolvenzregel plus einer staatlichen Zulage bis zur vollen Höhe abgesichert sein.

Die Reisanbieter verpflichteten sich zur sofortigen Wertstellung Ende 2021, wenn wir bis dahin nicht unsere Gutscheine einlösen sollten. Vielleicht wird die bis Ende diesen Jahres ausgesetzte Insolvenzantragspflicht für Unternehmen ja auch nochmal bis nach der Bundestagswahl verlängert.

Im Juli war auf jeden Fall nicht öffentlich verlautet worden, dass auch die Reiseanbieter eine Garantieprämie für diese Misere übernehmen sollten. Jedoch ist im Nachgang von der Europäischen Union solch eine Prämienzusicherung für die Gewährung staatlicher Hilfen "gefordert" worden.

Der Bund dürfte aufgrund der drohenden Pleite- und Insolvenzwelle für Anfang nächsten Jahres, diese Entlastung gern in Kauf genommen haben.

Wie jetzt beschlossen, müssen kleinst- bis mittlere Reiseanbieter Garantien in Höhe von 0,15 Prozent und alle größeren Reiseunternehmen 0,25 Prozent auf ihre ausgegebenen Gutscheine abgeben. Ob sie wollen oder nicht.

Das Bundesamt für Justiz wird diese Garantieprämien jetzt von den Reiseunternehmen einfordern. Denn diese werden unabhängig vom tatsächlichen Eintreten der staatlichen Absicherung erhoben. Bei dieser Selbstkasteiung haben die Reiseunternehmen auch noch eine gesetzliche Mitwirkungspflicht.

Ob diese „vorrangige“ Bedienung bei einer drohenden Insolvenz jedoch gerechtfertigt ist, wird sicherlich wieder einige Gerichte verschleißen. Während Insolvenzverwalter und Staatsbeamte dabei weiter ihre Saläre bekommen, bleibt der finanzierende Unternehmer mal wieder auf der Strecke.

Für dich aber gut, denn auf dem Reismarkt werden die Karten neu gemischt. Von Reisezusammenstellung bis Verkauf werden neue Player und Mitwirkende gesucht. Bis die Branche aber wieder aufblühen kann, wird es sicherlich noch ein bisschen dauern.

Du kannst diese Zeit nutzen, um deinen nächsten Schritt durch ein Coaching zu festigen. Bist du auf dem Sprung aus der Reisebranche in eine „systemrelevantere“, dann nutzte dafür einfach unsere Anwendungen zur Erstellung deines Lebenslaufs, Bewerbungsschreiben oder Kündigungsschreibens.