01.12.2020

Arbeitsmarkt im November

Sonnenschein trotz Krise?

Der Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit liegt vor. Dieser soll Auskunft über den Monat November geben. Wie auch schon in den vergangenen Berichten, sind jedoch die wenigsten Zahlen wirklich genau oder beziehen sich auf den letzten Monat.

So haben lediglich hochgerechnet im Monat November 4.732.000  Menschen sogenannte Lohnersatzleistungen bekommen. Dies wären dann 315.000 mehr als im Vorjahresmonat. Davon erhielten 1.036.000 Arbeitslosengeld I und 3.793.000 Arbeitslosengeld II. Zusätzlich gingen vom 1. bis 25 November für 537.000 Menschen Anträge auf konjunkturelle Kurzarbeit bei den Arbeitsagenturen ein. Das sind 441.000 mehr als im Oktober!

Der Arbeitsagentur lagen im November 601.000 Arbeitsstellen vor. Interessant dabei, dass die Unternehmen mehr als ein Drittel ihrer neuen Arbeitskräfte über andere Kanäle suchen. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) betrug das Stellenangebot in Deutschland im dritten Quartal nämlich insgesamt 934.000 Stellen. Was aber auch 426.000 Stellen weniger als im Vorjahresquartal sind. 

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, wie persönliche Coachings mit den Themen „Bewerbung“, „Existenzgründung“ und „Digitalisierung“ erhielten im November 798.000 Personen genehmigt. Das waren 33.000 mehr als im Oktober. Womit sich der Anstieg der Maßnahmen jedoch etwas abgeflacht hat.

Auch wird wieder deutlich, dass dringende Weiterbildungen gerade in Krisenzeiten nicht umgesetzt werden. Jeder Politiker redet von Digitalisierung und Innovation. Wenn aber die Berufstätigen nicht entsprechend weitergebildet werden, ist das ein zahnloser Tiger. Insgesamt sank der Einsatz arbeitsfördernder Maßnahmen im Vergleich zum florierenden Vorjahr nämlich um 13 Prozent. Eigentlich müssten diese viel höher sein.

Der neuerliche Lockdown wird die Konjunktur für das vierte Quartal trüben. Jedoch wird eine stark sinkende Mitarbeiternachfrage durch die Verlängerung der verschiedene Eingriffe in den Arbeitsmarkt wie Kurzarbeitergeld und Wirtschaftshilfen weiterhin künstlich verhindert. Wie in so einer Lage das IAB-Arbeitsmarktbarometer einen als positiv deklarierten Wert anzeigen kann, ist fraglich. Auch die Arbeitslosigkeitskomponente sagt unverständlicherweise für die weiteren Monate eine angeblich sinkende Arbeitslosigkeit vorher. 

Nachdem der steuerfinanzierte Konsum staatlicher Einrichtungen sowie ein Anstieg des privaten Konsums um 10,8 Prozent für etwas Aufhellung in Teilen der Wirtschaft gesorgt hat, wird der neuerliche Lockdown sowie die ausgeschöpften Staatsbudgets zum Jahresende für einen erneuten Einbruch sorgen. Insbesondere die Tourismusbranche, die Gastronomie, der gesamte Veranstaltungsbereich mit Fitness-, Sport- und Kulturangeboten bleiben gezwungenermaßen weiter auf der Verliererstraße.  

In der aktuellen Situation gibt es trotzdem Möglichkeiten zu deiner Beschäftigung, Weiterbildung oder eigenen Geschäftstätigkeit. Denn wer sich jetzt wertvoll oder selbständig macht, zählt zu den Gewinnern der Krise. Brauchst du für deinen nächsten Schritt Unterstützung, zum Beispiel durch ein Coaching oder bei der Erstellung von deinem Lebenslaufs, deiner Bewerbungen oder gar Kündigung, dann stehen wir dir gern zur Seite.