10.11.2020

Meditation im Arbeitsministerium

Du musst mit anpacken

Schon vor 30 Jahren hielt die New Economy einen rasanten Einzug in die Wirtschaft. Digitalisierung war angesagt und man setzte viel auf die neuen Technologien. Das Motto zur Jahrtausendwende war, „hoffentlich geht am Neujahrsmorgen mein Rechner noch“.

Schon 1997 stellte man an der deutschen Börse einen eigenen Index für die heimischen Technologieunternehmen auf. Spätestens seit dem hätten zehn deutsche Wirtschaftsminister und zehn deutsche Arbeitsminister den Startschuss hören müssen.

Die neuen Technologien hätte man mit Gesetzen, Pilotprojekten und wirtschaftlichen Sonderstellungen wie Steuererleichterungen unterstützen müssen. Stattdessen übertönte man die mitverschuldete Dotcom-Blase und ihr Platzen mit Sektkorken auf Parteitagen.

Wie das Szenario sich 20 Jahre später darstellt wissen wir. Amazon ist 1997 an die Börse gegangen. Google wurde ein Jahr später, 1998 gegründet. Beide Unternehmen sind in punkto wirtschaften, aber auch im Umgang mit ihren Mitarbeitern Vorreiter gewesen.

Anstatt mal über den Teich zu schauen, was man fürs Wirtschaften und Arbeiten im 21. Jahrhundert braucht und dies dann umzusetzen, feierte man weiter politische Aschermittwoche.

Spätestens seit Anfang diesen Jahres müsste man eigentlich aufgewacht sein und Gesetze über Gesetze, Systeme über Systeme einstampfen sowie umgestalten. So das politische Versagen der letzten 30 Jahre aufholen. Stattdessen liefert man sich digitale Schützengefechte mit ausländischen Technologiefirmen, die einzeln höher bewertet sind als alle deutschen Großkonzerne zusammen.

Dabei sterben im Kugelhagel von DSGVO und anderen Deutschüssen die emporwollenden eigenen Unternehmen. Digitalsteuer, Homeofficegesetze und anderer Regulierungswahn bilden keinen Schutzschirm und dienen auch nicht der deutschen Wirtschaft, sondern nur den bröselnden Parteifreunden.

Die deutsche Industrie ist seit Jahrzehnten damit bemüht, mit ihrem komplett veralteten KnowHow in China ein paar Devisen einzuheimsen. Der deutsche Politiker hat jahrelang Beifall geklatscht und freiwillig das deutsche Hochschulwesen noch mit nach Fernost abgegeben.

Hätte ja klappen können, wenn man jetzt die neuen Technologien aus dem Hut zaubern und weiter global Player spielen könnte. Stattdessen holzt man in politischer Fähnchenhaltung deutsche Wälder für ausländische Technologieunternehmen.

Zusätzlich muss die Politik mit ihren zerbrechlichen Brüdern, dem deutschen Bankensystem tatenlos zusehen, wie deutsche Unternehmensperlen von anderen Kontinenten aufgekauft werden.

Selbst das mittels Lockdown direkte Eingestehen der jahrelangen politischen Unfähigkeit auch in anderen wichtigen Bereichen wie der Bildung und vor allem dem Gesundheitswesen, animiert aktuell trotzdem nur zu Giesskannenpolitik und virtuellen Schwätzchen. Brause und Berliner bis zur Abwahl nächstes Jahr.

So traf sich gestern und heute der deutsche Arbeitsminister in einer von aktuell zig ministerialen Zukunftswerkstätten, die alle hätten vor 20 Jahren oder 9 Monaten stattfinden müssen. Ziel war, die Zukunft der Arbeitswelt herauszufinden. Aber nicht für das 22. Jahrhundert, sondern noch für dieses, wo schon fast die Hälfte rum ist.

Der Tenor langweilte mit Slogans der letzten Jahrzehnte wie Digitalisierung, mobiles Arbeiten, Bildungswandel und Nachhaltigkeit. Wer jetzt aber gedacht hat, es geht endlich los. Bei dem ganzen Stress, musste man den ersten Tag mit einer virtuellen Meditationssitzung ausklingen lassen.

Anstatt also wie unser Kranken- und Pflegepersonal seit 9 Monaten täglich die Ärmel hochzukrempeln, um die gesamte Gesellschaft zu retten, vertrödeln unsere Politiker weiter wertvolle Zeit. Statt längst überfällige Zöpfe abzuschneiden, diskutieren sie über eine Maskenpflicht in den Parlamenten oder ob sie überhaupt dort hingehen sollten. Wenn unsere Ärzte auch so handeln würden, dann Licht aus Deutschland.

Zusammengefasst: Der gesellschaftliche Wandel muss leider von unten kommen. Du bist gefragt! Hast du eine Idee zu oben genannten Brennpunkten, dann leg los. Brauchst du Unterstützung dabei, stehen wir dir mit unseren Anwendungen zum Erstellen deines Lebenslaufs, Bewerbungsschreiben oder Kündigungsschreiben oder einem Coaching zur Seite.