05.04.2021

Fachkraftmangel zwingt zum Umdenken

Unternehmen müssen in die Bildung

Fachkraftmangel zwingt zum Umdenken

Ein moderner Fachkräftemangel bleibt weiterhin die Achillesferse der deutschen Wirtschaft. Dies bestätigt jetzt wieder das jährliche Mittelstandsbarometer von Ernst&Young.

Laut diesem sehen 54 Prozent der deutschen Mittelständler die grösste Gefahr für die Entwicklung des eigenen Unternehmens darin, nicht genügend Bewerber für ihre Tätigkeiten zu finden.

70 Prozent der Unternehmen fällt es schwer oder sehr schwer, neue und ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Dies sind 5 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.

Lediglich 30 Prozent geben an, dass ihnen die Rekrutierung von Fachkräften leicht oder sogar sehr leicht fällt. Im Vorjahr waren dies noch 34 Prozent.

16 Prozent der Mittelständler wollen ihre Mitarbeiter in den kommenden sechs Monaten aufstocken. Dagegen wollen 9 Prozent die Zahl ihrer Mitarbeiter reduzieren.

Grosse Schwierigkeiten in der Rekrutierung von Fachkräften hat demnach die Elektrotechnik und die chemisch-pharmazeutische Industrie. Beide beklagen zu 81 Prozent, keine neuen sowie ausreichend qualifizierten Mitarbeiter zu finden.

Auch die Baubranche mit 80 Prozent und der Maschinenbau mit 78 Prozent klagen bei der Findung von Fachkräften. Allein Unternehmen im Maschinenbau fällt es mit 18 Prozent sogar „sehr schwer“ Fachkräfte zu akquirieren.

Insbesondere die Produktion findet wohl keine Mitarbeiter. Dort suchen ein Drittel aller Mittelständler nach geeigneten Bewerbern.

Unternehmen müssen aufgrund des desolaten Bildungssystems sowie der mangelnden politischen Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung eigene Wege gehen und schon frühzeitig eigene neigungsbasierte Bildungsangebote bereitstellen, um so für eine künftige Mitarbeit zu werben. Dieses Engagement in die Bildung könnte nicht nur die Ausgaben der Personalabteilungen reduzieren.