15.10.2020

Fischen mit Internetz vorbei

Websites vor Abmahnindustrie geschützt

In den 90er Jahren war eine Homepage schnell erstellt. Vielfältige Informationen, Meinungen, Anliegen konnten so öffentlich gemacht werden. Ganz dem freiheitlichen Gedanken des Internets. 

Nach der im Jahr 1997 eingeführten Impressumpflicht steigerten sich die gesetzlichen Ansprüche an das Betreiben von Homepages. Mit der vor zwei Jahren eingeführten europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) war das rechtskonforme Betreiben von Webseiten für Laien schließlich nahezu ein Unding geworden.

Dies sehr zum Wohle der sogenannten “Abmahnindustrie“. Dubiose Wirtschaftsverbände einhergehend mit skrupellosen Rechtsanwälten suchten nämlich schon immer im Internet systematisch nach solchen Laien und mahnten diese kostenpflichtig ab. Ziel dieses meist vollautomatisierten Treibens war somit die Einnahme von Gebühren und Vertragsstrafen. Mit dieser Masche soll nun Schluss sein.

So sollen laut eines aktuell auf den Weg gebrachten “Gesetzes zur Stärkung des fairen Wettbewerbs“ die Kosten für Abmahnungen nicht mehr erstattungsfähig sein. Dies bei Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten sowie vergleichbaren Vereinen, welche gegen Informations- und Kennzeichnungspflichten im Internet oder gegen Datenschutzverordnungen verstoßen. Eine Vertragsstrafe schon bei erstmaliger Abmahnung ist dann auch ausgeschlossen.

Natürlich wird es auch weiterhin Abmahnungen geben. Sollten sich diese jedoch als ungerechtfertigt herausstellen oder nicht die erforderlichen Informationen enthalten, können die Betroffenen vom Abmahnenden wiederum die Erstattung ihrer Kosten verlangen.

Wirtschaftsverbände müssen zudem genaue Qualitätskriterien erfüllen, um in eine entsprechende Liste beim Bundesamt für Justiz aufgenommen zu werden.

Gerade für dich als Privatperson, wie auch für Vereine bis hin zu klein- und mittelständige Unternehmen ist diese neue gesetzliche Regelung eine erste Erleichterung bei dem Betreiben von Websites. Ein Auftritt im Internet bedarf aber weiter an entsprechend geschulten Fachkräften.

Wie du zu einer solchen digitalen Fachkraft wirst oder deine Idee ins Internet bringst, erfährst du gern in einem Coaching. Bist du schon “digitalisiert“ und planst deinen nächsten Schritt, dann helfen dir gern unsere Tools zum Erstellen deines Lebenslaufs, Bewerbungsschreibens oder gar Kündigungsschreibens.