09.11.2020

Hochschüler von Existenz bedroht

Überbrückungshilfe nur im November genehmigt

Der wirtschaftliche Lockdown hat auch vielen Studierenden ihr finanzielles Auskommen genommen. Gerade Studenten in teuren Metropolen können ohne einen studentischen Nebenjob meist gar nicht studieren. Auch das in Kreisen unbeliebte BAföG plus die bindenden Studienkredite konnten in der Vergangenheit durch Nebenjobs teils erfolgreich vermieden werden.

So hat die Krise nicht nur durch Studienausfälle und überforderte Hochschulen zu einem Chaos im Studium gesorgt, sondern auch die Existenz vieler Studierenden bedroht.

Denn ohne Studienabschluss sind viele meist einfach nur Abiturienten. Diese kann der gebeutelte Arbeitsmarkt grad nicht wirklich gebrauchen. Können die Eltern den Verlust nicht puffern, wird es ernst.

So blieb vielen Studierenden nur der Schritt in das seit März mit zahlreichen Erleichterungen versehene BAföG. Jedoch gibt es auch viele Studierende mit krummen Lebenslaufen, welche auch die neuerlichen BAföG-Kriterien nicht erfüllen. Ausserdem gibt es junge Studierende, die trotz BAföG durch die Krise in eine finanzielle Notlage geschlittert sind.

Für diese notleidenden Studierenden hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Art Überbrückungshilfe geschaffen.

Neben dem bekannten Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau, konnten Studierende von staatlich anerkannten deutschen Hochschulen, zur Minderung ihrer krisenbedingten Notlage, bis zum 30. September 2020 einen finanziellen Zuschusses bei ihrem zuständigen Studentenwerk beantragen. Dieser ist also pünktlich zum Start des neuen Semesters ausgelaufen.

Die wirtschaftliche Lage hat sich nicht wirklich erholt und auch konnte man weiterhin mit einem jetzt wahr gewordenen neuerlichen Lockdown rechnen. Man hätte in hochgebildeter Voraussicht die Krisenunterstützung der Hochschüler also bis zum Ende nächsten Sommersemesters 2021 planen müssen. 

Nach Gesprächen unter den Studentenwerken und mit dem Bundesbildungsministerium ist nun beschlossen worden, die ausgelaufene Überbrückungshilfe für Studierende wieder einzusetzen, aber nur für den Monat November.

Eine Beantragung für den Monat November soll jedoch erst in Kürze möglich sein. Anträge können voraussichtlich erneut nur über die bundesweite IT-Plattform im reinen Onlineverfahren gestellt werden. Postalische Anfragen werden durch die Studentenwerke nicht bearbeitet.

Ein gesamtgesehen fatales Eingeständnis vom Ende der staatlich kontrollierten deutschen Hochschullandschaft. So wird es in ganz naher Zukunft auch in diesem Bildungsbereich zu massiven Änderungen kommen. Unternehmen werden ihre eigenen Ausbildungsprogramme entwickeln müssen, fern von staatlich trägen Strukturen.

Bist du auf dem Sprung von Theorie in Praxis, können wir dir eventuell mit einem Coaching oder bei der Erstellung deines Lebenslaufs, Bewerbungsschreiben oder Kündigungsschreibens helfen.