29.03.2021

Beamtenbund möchte 330.000 neue Bedienstete

Jährlich 10 Prozent neue Staatsdiener gefordert

Jährlich 10 Prozent neue Staatsdiener

Der Staat ist ein Konstrukt der Bürger entsprechend ihrer Werte, Kultur bis zur Sprache. Um das Wohl der Bürger abzusichern, haben diese Personen aus ihrer Mitte ausgewählt und mit hart erarbeiteten, gemeinschaftlichen Mitteln ausgestattet. 

Diese Personen sollten eine Infrastruktur schaffen und aufrecht erhalten, die entsprechend Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz, bis Wirtschaften zum Überleben und auch ein freudvolles Leben ermöglicht.

Das sich dieses grob skizzierte Staatsgebilde umgedreht hat und sich eine politische Kaste mit ihrem Apparat nun am Bürger bedient sowie zum eigenen Parteiwohl agiert, ist in der aktuellen Krise endlich schmerzhaft deutlich geworden.

Auf kommunaler Ebene, auf Landesebene, auf Bundesebene, auf Europaebene agieren politische Kräfte nicht mehr nach dem Bürgerwillen, sondern nach rein politischem Kalkül. Statt auf eine Verschlankung des Staatsapparates, wird auf dessen Vergrösserung gesetzt. Damit einhergehend steigt der Regulierungswahn auf allen Ebenen und füttert ein immer fetter werdendes Bürokratiemonster.

Um die politisch verkündeten Regelungen umzusetzen, müssen untere Behörden sogar schon sogenannte Verwaltungslotsen beschäftigen. Wie der Name schon treffend beschreibt, verwaltet sich Deutschland mehr als es wirtschaftet. Buchhalter, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Notare sind ein weiterer Beleg der Ineffizienz dieses Systems. 

Der „öffentliche Dienst“ wird als Heilsbringer in sogenannten „strukturarmen Regionen“ angesiedelt. Dort soll er gesellschaftlichen Frieden stiften. Ausgeblutet wurden die Regionen jedoch ausschliesslich durch politische Fehlentscheide. 

Auch wenn die Ursachen einer Überalterung oder der Attraktivitätsverlust bestimmter Regionen gern auf das „Aussterben des Mammuts“ zurückgeführt wird, es waren doch politische Fehlentscheidungen die dazu geführt haben. Diese werden nun mit der weltweit höchsten Abgabenlast notdürftig gekittet, sodass niemand die gespendeten Wahlplakate abreisst.

Ein weiterer Ausbund der jahrzehntelangen politischen Fehlentscheidungen ist die zunehmende wirtschaftliche Tätigkeit des Staatsapparates. Seit Jahrzehnten werden auf allen Ebenen mit Steuergeldern und Geldern der Sozialversicherung ein buntes Treiben an staatsnahen Wirtschafteinheiten unterstützt.

Seit ein paar Jahren treten Ministerien auch offen in Konkurrenz zur freien Wirtschaft. Von den aktuellen, verdrängenden oder abhängig machenden „Staatshilfen“ ganz zu Schweigen.

So ist es nicht verwunderlich, dass der deutsche Beamtenbund jetzt einen jährlichen Mehrbedarf an Bediensteten von rund 10 Prozent sowie aktuell angeblich 330.000 fehlende Staatsdiener proklamiert.

Demzufolge fehlen allein für Tätigkeiten, welche auch die freie Wirtschaft übernehmen könnte, hunderttausende Arbeitskräfte. Auch in der Steuerverwaltung fehlen angeblich zusätzlich tausende Bedienstete.

Ob sich Deutschland von diesen eigenen Fesseln befreien kann, wird sich dieses Jahr zeigen.