24.10.2020

Schrei vor Müll

Deine Jobchance im neuen deutschen Recyclingsystem

Schrei' vor Glück! Oder schick's zurück … so war der reißerische Slogan eines aufstrebenden Onlinehändlers aus dem Jahr 2010. Als man kurze Zeit darauf bemerkte, dass freie Retouren teuer sind, durfte statt der gesamten Kommune nur noch der Postbote vor Glück schreien.

Diese seit nunmehr Jahrzehnten gängige Praxis des Zurücksendens von Bestellware hat schon viele Logistiker um den Schlaf gebracht. Einige unterhielten anfangs noch riesige Retouren- und Aufbereitungsabteilungen.

Diese Mentalität wurde jedoch kalkulatorisch immer mehr in Wegwerfprozesse umgewandelt. Auch um Lagerkosten zu verringern, finden so immer mehr  funktionstüchtige Waren den direkten Weg in "Ablage 17", den Müllcontainer.

Solche und andere Verschwendungen hatte die Europäische Union schon im Jahr 2018 durch eine Neuauflage ihrer Abfallrahmenrichtlinie angeprangert. Dessen Umsetzung findet nun endlich auch in das deutsche Kreislaufwirtschaftsgesetz statt. Dies hat der Bundesrat vor ein paar Tagen genehmigt.

Das Gesetz nimmt dabei den einzelnen Händler in den Fokus. Gegen die "Wegwerfmentalität" sieht der Gesetzentwurf nun eine Obhutspflicht der Händler vor. Diese müssen künftig beim Verkauf wie auch bei Waren-Rückgaben dafür sorgen, dass die Erzeugnisse weiterhin benutzt werden können.

Damit steigt der Umfang der Produktverantwortung für Hersteller plus Händler. Wie das in der Praxis jedoch genau aussehen soll, wird aktuell noch präzisiert.

Weiter im Gesetz, sind die Institutionen des Bundes zwingend dazu verpflichtet worden, ökologisch vorteilhafte Erzeugnisse wie zum Beispiel aus recyceltem Material einzukaufen.

Auch ein weiteres Thema findet in dem Gesetz Beachtung. Wer in deutschen Landen schonmal genau hingeschaut hat, dem wird aufgefallen sein, das unsere einstige Tugend der Sauberkeit & Ordnung abhanden gekommen ist.

Zigarettenstummel inklusive sämtlicher Plastikteilchen sind in allen deutschen Städten, Wäldern, Wiesen, Flüssen anzutreffen. Früher gab es für eine weggeworfene Papiertüte eine kleinhirnüberwindende Kopfnuss vom Ladenbesitzer, der seine Pappenheimer kannte.

Anonym agierende Handelsriesen oder Fastfood-Ketten, welche seit Jahrzehnten als Weichmacher die einstigen Tugenden vergiften, sollen nun mehr zur Verantwortung gezogen werden. Denn die Reinigung der deutschen Flure von dem bis zu 450 Jahre lang verrotteten Wegwerfdreck, übernehmen andere oder eben keiner.

Dies soll sich nun mit dem neuen Gesetzt ändern. Wer Einwegprodukte herstellt oder vertreibt, ist an den Reinigungskosten zu beteiligen. Somit dürfte sich die Preisspirale für uns Endkunden wieder drehen. Das kleine Mehr an Kohle höchstwahrscheinlich jedoch in kommunalen Brandherden verrauchen. Der erweichte deutsche Fisch treibt derweil weiter mit Plastikteilchen zwischen den Kiemen Spree abwärts.

Zusätzlich soll das Gesetz zur Stärkung des Recyclings von bestimmten Abfällen dienen. So gelten insbesondere für Papier, Metall, Kunststoff und Glas, aber auch für Hausmüll in Zukunft verschärfte Regelungen sowie Vorgaben für deren Wiederverwertung.

Öffentlich-rechtliche Entsorger sind laut Gesetz nun verpflichtet, Bioabfälle, Kunststoffe, Metall, Papier, Glas, Textilien, Grob- sowie Sondermüll aus privaten Haushalten getrennt zu sammeln. Wobei die Verpflichtung zur gesonderten Sammlung von Textilabfällen erst ab dem Jahr 2025 greift.

In diesen neuen abfallrechtlichen Regelungen steckt jede Menge Geschäftspotenzial, welche auf kreative Umsetzer wartet. Bist du bereit dafür? Das finde gern in einem Coaching bei uns heraus. Bist du schon auf deinem nächsten Schritt, stehen dir unsere Anwendungen zur Erstellung von Lebenslauf, Bewerbungsschreiben oder Kündigungsschreiben kostenfrei zur Verfügung.