08.04.2021

Kluft in Weltwirtschaft wird grösser

Deutschland nur Mittelmass

Kluft in Weltwirtschaft wird grösser

Für die Erholung der Weltwirtschaft zeichnet der internationale Währungsfonds jetzt ein positives Bild. Wenn die Dramaturgie des seit einem Jahr bevorzugt behandelten Virus mit seinen Mutationen nachlassen sollte, scheint für die globale Wirtschaft noch dieses Jahr ein Wachstum von 6 Prozent möglich. Das sind 0,5 Prozent mehr, als noch im Januar erwartet.

Dies ist jedoch eine einseitige Rechnung.

Treiber dieser rasanten Prognose sind die USA mit ihrem jüngst beschlossenen Konjunkturpaket im Volumen von rund 1,9 Billionen US-Dollar (etwa 1,6 Billionen Euro). Das Hilfspaket der weltweit grössten Volkswirtschaft entspricht fast zehn Prozent deren jährlicher Wirtschaftsleistung.

Mit diesem Verschuldungsakt soll die US-Wirtschaft noch dieses Jahr das Bruttoinlandsprodukt von Vorkrisenzeiten übertreffen. Die US-Notenbank Federal Reserve rechnet so für dieses Jahr mit einem Wachstum von 6,5 Prozent.

Schon letztes Jahr konnte China mit seiner Wirtschaft an sein Vorkrisenniveau anschliessen. Für dieses Jahr rechnet der internationale Währungsfonds mit einem Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts um gigantische 8,4 Prozent.

Die Wirtschaft der Eurozone soll demzufolge im laufenden Jahr um 4,4 Prozent ansteigen. Für Deutschland liegt die Wachstumsprognose bei 3,6 Prozent.

Im weltweiten Rennen haben es insbesondere die vielen Schwellen- und Entwicklungsländer schwer. Diese können sich nicht wie die grossen Wirtschaftsmächte Geld für die Stützung und Ankurbelung ihrer Wirtschaft leihen. Nur mit Milliardenhilfen und Schuldenerlassen könnten viele der betroffenen Staaten erst ab 2023 mit einer Normalisierung ihrer Wirtschaftsleistung auf Vorkrisenniveau rechnen.

Somit werden viele dieser Staaten wohl weiter billigst von den Wirtschaftsmächten um ihre Bodenschätze und natürlichen Rohstoffe gebracht.

Nach Angaben des Fonds sind bereits 2020 weitere 95 Millionen Menschen in Armut geraten und 80 Millionen Menschen mehr als zuvor jetzt unterernährt.

Die Wachstumsprognose für nächstes Jahr wurde nun auch auf 4,4 Prozent angehoben. Im Januar erwartete man noch 4,2 Prozent. Der Eurozone wird ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 3,8 Prozent vorausgesagt. Für Deutschland sollen in 2022 noch 3,4 Prozent zu Buche stehen.