25.11.2020

Renten in Gefahr

Bekommst du mal Rente?

Gehst du auf Arbeit werden dir aktuell 18,6 Prozent von deinem Verdienst für die Rentenversicherung abgezogen. Dabei sparst du dieses Geld nicht für dich. Deine monatlichen Abzüge fließen den aktuellen Rentnern zu. Du musst darauf hoffen, dass es zu deiner Rentenzeit auch noch genügend Beschäftigte gibt.

Dieses sogenannte umlagefinanzierte System ist schon seit Jahren an seiner Grenze. Deshalb hatte man schon 2001 mit Steuergeldern subventionierte, zusätzliche, aber freiwillige Altersvorsorgen eingeführt.  Das sich in den letzten 19 Jahren die Situation nicht verbessert hat, musste jetzt das deutsche Bundesministerium für Arbeit und Soziales in seinem diesjährigen "Rentenversicherungsbericht" indirekt wiederholt zugegeben.

So beträgt die geschätzte aktuelle Sicherungsreserve für die aktuellen Renten rund 36,3 Milliarden Euro. Nehmen wir mal an, von heute auf morgen würden keine Zahlungen mehr in den Rententopf fließen. Dann könnten mit dieser Reserve gerade noch ein ganzer Monat lang alle gesetzlichen Renten voll ausbezahlt werden.

Damit das gesetzliche Rentenversicherungssystem nicht zusammenbricht, mussten 2019 insgesamt 93 Milliarden Euro an externen Steuergeldern zugeschossen werden. Denn von den 324,8 Milliarden Euro Ausgaben wurden lediglich 232,6 Milliarden aus Beitragszahlungen eingenommen.

Um die Beitragssätze zur deutschen Rentenversicherung auch im Wahljahr und darüberhinaus annähernd stabil zu halten, wird sich der jährliche Steuerzuschuss in den Folgejahren weiter erhöhen. Im Jahr 2034 würde bei überaus positiver Schätzung, der Beitragssatz dann bei 22,4 Prozent und der Zuschuss aus Steuergeldern bei über 126 Milliarden Euro liegen.

Das der Zuschuss zur Altersabsicherung mit vorgenannten Zahlen noch lang nicht abgetan ist, zeigen folgende ebenso mittels Steuergelder finanzierte Rentenversicherungssysteme, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung erfasst werden:

  • Beamten-, Richter- und Soldatenversorgung
  • Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes
  • Alterssicherung der Landwirte
  • Künstlersozialversicherung
  • Altersentschädigung der Bundes- und Landtagsabgeordneten
  • Altersversorgung der Regierungsmitglieder in Bund und Ländern
  • Zusatzversorgung in der Land- und Forstwirtschaft
  • Hüttenknappschaftliche Zusatzversicherung im Saarland

Das deutsche Rentensystem ist ein zersplittertes Zuschussgeschäft. Anstatt eine grundlegende Änderung anzupacken, wird aktuell in politischen Kreisen laut über den Wegfall der Altersbegrenzung beim Renteneintritt nachgedacht. So soll ein abschlagsfreier Renteneintritt zukünftig erst nach 45 Arbeitsjahren möglich sein. Wie alt du dann bist, ist egal.

Zusätzlich fordert das Ministerium uns Bürger in dem "Rentenversicherungsbericht" wiederholt auf, doch die zusätzlichen Alterssicherungssysteme wie Riester-, Rüruprente, betriebliche Altersversorgung zu nutzen. Jedoch verhallt diese Forderung schon seit zig Jahren.

Die Nutzung dieser subventionierten Zusatzrenten stagniert laut parallel verkündetem "Alterssicherungsbericht" schon seit der Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2011 oder ist gar rückläufig. Bei den bestehenden Abgaben- und Steuern sowie Zusatzkosten für Mobilität, Bildung, Gesundheit, Pflege, Arbeit sowie den Niedrigzinsen auch kein Wunder.

In dem aktuellen "Rentenversicherungsbericht" wird von zukünftig jährlich 206.000 nach Deutschland einwandernden Personen ausgegangen. Ob dieser Immigrationseffekt jedoch die wirtschaftliche Krise der nächsten Jahre bei gleichzeitig steigenden Rentnerzahlen abfängt, scheint fraglich. Zumal man die Zahl der Zuwandernden dieses Jahr schon um 30 Prozent nach unten korrigieren musste.

Auch passt das zunehmende projektorientierte und agile Arbeiten nicht in das aktuelle Rentensystem.

Die Politik wird zusammengefasst also nicht um eine Änderung des deutschen Rentensystems herumkommen. Eine Ignorierung dieser Tatsache, wird zu Altersarmut und einer Verschlechterung des Wirtschaftsstandortes Deutschland führen.

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