18.03.2021

Schulpflicht treibt Existenzsorgen

Staat nimmt jungen Menschen Lebenslust

Wer in dieser Zeit seine Schulpflicht beendet, wird in vielerlei Hinsicht ins kalte Wasser geschmissen. Denn bei den Berufs- oder Hochschulen macht sich nun in der Krise auch der jahrzehntelange Reformstau bemerkbar.

Das diese Systeme trotz heroischer Beschwörungen und verliehenem Elitestatus keine modernen Fachkräfte herausbilden können, ist weitläufig bekannt. Bürgergelder versickern in diesen Schulstrukturen, wie Wasser in der Wüste.

Ansprüche an moderne Tätigkeiten und Arbeitsformen werden wenn, erst in Traineemassnahmen oder allerlei anderen unternehmerischen „Onboardingstrukturen“ vermittelt. Dabei sollten die jungen Menschen eigentlich Triebfedern für den betrieblichen Fortschritt sein.

Wie aber, wenn duale Studiengänge noch immer kein Standard sind und die berufliche Ausbildung weiterhin in ein Schulsystem gepresst wird.

Kein Wunder also, dass sich neben den Unternehmen auch die Schüler um ihre Existenz sorgen.

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Arbeitsagentur verdeutlich jetzt die Ängste der Schüler des Abiturjahrgangs 2021.

Haben sich im Frühjahr 2020 rund 25 Prozent der Schüler Sorgen um ihre berufliche Zukunft gemacht, waren es im Herbst 2020 schon 41 Prozent. Insbesondere sorgen sich nach der Studie junge Menschen mit Einwanderungshintergrund. Im Herbst 2020 war dies jede zweite befragte Person. Bei den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund waren es dagegen jede dritte.

Aus der Studie wird auch eine Verschlechterung des subjektiven Wohlbefindens der Jugendlichen in der politischen Krise deutlich. So klagte etwa im Frühjahr 2020 ein Drittel der Abiturientinnen und Abiturienten über eine hohe psychische Belastung. Im darauffolgenden Herbst 2020 waren es schon die Hälfte.

Aus der Studie wird auch der falsche Leistungsanspruch eines Schulsystems deutlich.

Statt mit Freude und Lernwille seinen Neigungen nachzugehen, sorgen sich deutsche Abiturienten um ihre schulischen Leistungen, welche nach der Schulzeit keinen wirklich mehr interessieren. So sorgten sich im Herbst 2020 fast die Hälfte der Jugendlichen grundlos um ihre schulischen Leistungen.

Wie schon Pink Floyd vor 42 Jahren öffentlich besungen hat, produzieren steuertreibende Schulsysteme lediglich neue Ziegelsteine für die politische Mauer zwischen Bürger und ihrem selbstbestimmten Leben.