06.01.2021

Sonderurlaub gut kalkulieren

Kinderbetreuung mit Tücken

Schule und Kindergarten zu. Mobiles Arbeiten ist nicht möglich. Im schöngeredeten Homeoffice kollidiert die Kinderbetreuung massivst mit der Arbeitszeit. Die Nerven liegen blank. Einzige Lösung "Urlaub“.

Nun gibt der Gesetzgeber für Familien 10 Wochen und Alleinstehende 20 Tage in der aktuellen Situation Sonderurlaub. Dieser hat jedoch seine Tücken.

So beträgt der Lohnersatz nur 67 Prozent des Nettogehaltes. Bei Beschäftigten in Niedriglohnsektoren oder Teilzeitarbeitskräften sind das ein Drittel weniger Finanzen in der Haushaltskasse. Das muss man erstmal verkraften.

Gutverdiener müssen unter Umständen sogar noch mit viel höheren Einkommenseinbussen rechnen. Denn die Politik hat den Lohnersatz bei diesem Sonderurlaub auf maximal 2.016 Euro im Monat gedeckelt.

Auch sind Alleinerziehende härter von der Regelung betroffen. Während Elternpaare ihre Zeiten und Einkommenseinbussen geschickt händeln können, bleibt ihnen keine andere Wahl als mit weniger Geld auszukommen.

Den Sonderurlaub erhalten auch nur Eltern ohne „zumutbare Betreuungsmöglichkeit“. Das Gesundheitsministerium ist dabei der Auffassung, das Arbeitnehmer die von zu Hause arbeiten oder in Teilzeit beschäftigt sind, grundsätzlich auf ihre Kinder aufpassen können.

Gibt es für die Kinder eine Notbetreuung im Hort oder in der Kita, wird das Ganze lächerlich. Denn dann müssen die Eltern arbeiten und ihre Kinder zwangsweise in die Betreuungseinrichtung schicken. Während alles wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben auf Kontaktbeschränkung aus ist, werden sie somit der Gefahr einer direkten Ansteckung oder unkalkulierbaren Quarantäne ausgesetzt.

Mit Beginn des neuen Jahres hat man wieder vollen Urlaubsanspruch, bei voller Gehaltszahlung. Wer nun denkt, er kann einfach so Urlaub nehmen, muss seinen Arbeitgeber oder Vorgesetzten sowie das Bundesgesundheitsministerium im Kalkül haben. 

Denn selbst wenn der Arbeitgeber einer vollen Urlaubsnahme zu Jahresbeginn zustimmt oder gar vorgibt, widerspricht das Bundesgesundheitsministerium. Nach diesem darf der Arbeitgeber lediglich über einen Teil des Urlaubs zu Jahresanfang abstimmen.

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