04.03.2021

Und der Michel schläft

Systemerhalt vernichtet Arbeit und Zukunft

Schulden die wir jetzt unseren Kindern aufbürden, sollten eigentlich gut überlegt sein. Das die deutsche Politik mit ihrem Apparat aber keinen Plan hat, beweisen allein die über 500 Millionen Euro an Steuergeldern jedes Jahr für externe Berater.

Wie die deutsche Politik jahrelang ziellos und lobbyistisch getrieben agiert, wird in ihrer hausgemachten Krise nun ganz offensichtlich.

Während in Deutschland das Rückgrat der Wirtschaft, nämlich das Klein- und Mittelständige Unternehmertum zusammenbricht, werden marode Großkonzerne und tote aber populistische Branchen massivst mit den Geldern unserer Kinder versorgt. 

Auch wenn diese Seilschaftsgelder als „Investitionen“ getarnt werden, die nachfolgenden Generationen werden davon nichts haben. Statt einer modernen Infrastruktur und innovativer Geschäftszweige werden sie bald mit einem Geschwür von Billionen Euro Schulden am Tropf ausländischer Konzerne und fremder Kontinente hängen.

Anstatt die alte Indianerweisheit zu befolgen, nach der man von einem Pferd absteigen muss, wenn es tot ist, werden von einem höchst überdenkenswerten politischem System Milliarden an Euros in die künstliche Systemerhaltung und vor allem in den Populismus zum Selbsterhalt gesteckt.

Eine vom Verein Facing Finance geförderte Studie verdeutlicht die politische und gesellschaftliche Schieflage sehr deutlich. Demnach haben von den 30 DAX-Konzernen elf das politische Instrument der Kurzarbeit genutzt und sich demnach als Unternehmen in Schwierigkeiten ausgegeben.

Es muss eigentlich als Schlag ins Gesicht der Politik, der sterbenden Klein- und Mittelständigen Unternehmen sowie aller Bürger gesehen werden, wenn diese Konzerne parallel 14 Milliarden Euro an Gewinnen ausschütten.

Aufgrund der horrenden Beraterausgaben scheint diese politische Blindheit wohl bewusst gewollt. Ein weiteres Beispiel soll dies verdeutlichen.

Während ein deutscher Automobilkonzern Gelder der Bürger aus der Arbeitslosenversicherung für Kurzarbeit bezieht, verdient dessen Chef im Krisenjahr 2020 rund 5,9 Millionen Euro und damit sogar 2,4 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. 

Zusätzlich hat dieser Konzern letzten Dezember jedem seiner Mitarbeiter einen steuerfreien Bonus von 1.000 Euro ausgezahlt. Aktuell verspricht dieser jetzt weitere 500 Euro steuerfreie Bonuszahlung für jeden Mitarbeiter. Der deutsche Fiskus und damit die Allgemeinheit geht dabei leer aus. 

Dem aber noch nicht genug, kann sich der Konzern aus weiteren 2.500.000.000 Euro Steuergeldern zweier ausgelobter „Zukunftfonds“ des Bundeswirtschaftsministeriums bedienen. 

Demgegenüber schlagen der Vorstand und Aufsichtsrat dieses Konzerns eine Gewinnausschüttung von 1,35 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2020 vor. Dies sind sagenhafte 50 Prozent mehr, als im krisenfreien Vorjahr. Dabei sind weltweit über eine halbe Milliarde an Aktien des Konzerns im Umlauf.

Warum braucht dieser und auch andere Konzerne also irgendwelche Gelder vom Bürger? Diese müssten in dringende Reformen wie etwas des Bildungssystems, des Gesundheitssystems, des Pflegesystems, des Verkehrssystems, in den Abbau von Bürokratie und wirklich zukunftsgewandte Geschäftsmodelle fließen.

All das politische Gemauschel zum Wohl der Wahlplakate hat jahrelang gut funktioniert. Doch in der aktuellen Situation, wo ganze Gesellschaftsbereiche ihre Existenz verlieren, wo die Arbeitsagentur für Künstler und Soloselbständige eine extra Hotline eingerichtet hat, um diese politisch gewollt an die Grundsicherung anzunabeln, erscheint das Ganze als eine nicht weiter tragbare Posse.

Der „deutsche Michel“ sollte für seine Zukunft schnellstens aufwachen. Auch wenn die Grundsicherung und Rente aktuell noch Wohnen, Strom, Fernsehen oder den Gang zum Discounter bezahlen. Mit dem aktuellen politischem System und seinen Auswüchsen sowie dem fatalen Einfluss auf die wirtschaftliche Ausrichtung, wird der Wohlstand bald vorüber sein.

Das Traurige daran, unsere Kinder sind dann die Verlierer dieser verfehlten Gesellschaftsführung, die wir mit unterstützt haben.