20.01.2021

Trinkst du noch Plastik?

Mehrweglösungen für Getränke und Speisen gesucht

Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Makro- bis Mikroplastik und Gummiabrieb überziehen den ganzen Planeten. Die Unternehmen, welche das zu verursachen haben, sind glücklich. Denn ihre Gewinne auf Kosten ganzer Ökosysteme sind schon eingefahren. Reue oder ein Wechsel in der Herstellung bis Produktverpackung sind oft Fehlanzeige.

Stattdessen würden sie immer so weitermachen. Nicht nur, dass sie unsere Gewässer und Landschaften verseuchen, die Weichmacher bis Mikroplastikteilchen verseuchen auch unsere Körper. Zudem verschwinden bei der Herstellung der Plastik wertvolle Ressourcen.

Wegen dieser kapitalen Ignoranz wurde schon 2003 der Pfand auf Plastikflaschen eingeführt. Lobbyisten haben aber schon damals für ihre Produkte Ausnahmeregelungen ergaunert. Warum auf Milch-, Wein- bis Saftverpackungen oder die extrem umweltsündigen Verbundverpackungen wie den Tetrapaks keine Pfandregeln gelten, fragen sich bis heute noch viele Kenner.

In Anbetracht der nun entschiedenen Regelverschärfungen, waren auch in den sozialen Netzwerken verstärkt die verschiedensten Lobbyisten teils mit hanebüchenen Vergleichen zu Mehrweglösunge aktiv. Denn selbst im Angesicht der weltumspannenden Müllberge fühlen sich die Plastik verursachenden Unternehmen weiter allein ihren Gesellschaftern verpflichtet als der Menschheit und unserem Planeten.

Auch deshalb hat die Bundesregierung nun eine weitergefasste Plastik- und Pfandregelung beschlossen. 

So sollen ab 2022 Einweggetränkeflaschen bis zu drei Liter welche aus Kunststoff bestehen, grundsätzlich pfandpflichtig sein. Im gleichen Atemzug werden auch Getränkedosen ausnahmslos mit einem Pfand belegt. 

Erst ab 2024 wird die Pfandpflicht auch auf Plastikflaschen für Milchgetränke ausgeweitet. Hier haben die Lobbyisten, obwohl schon längst in der Pflicht, nochmal Profit auf Kosten der Gemeinschaft herausgeholt.

Noch extremer wird es bei den Verbundverpackungen, den sogenannten Tetrapaks. Diese bestehen aus den Rohstoffen Kunstoff, Aluminium sowie Karton. Da diese fest miteinander verbunden sind, können diese wenn, nur sehr aufwendig recycelt werden. Gerade diese wenig nachhaltigen Getränkeverpackungen bleiben weiter von der Pfandregelung befreit.

Anstatt konsequent auf Mehrwegverpackungen, auch in der Getränkeindustrie zu setzen, werden von der der Bundesregierung zweifelhafte Vorgaben zur Verwendung von Recyclingmaterial in neuen Plastikflaschen gemacht.

So müssen ab 2025 PET-Einweg-Getränkeflaschen mindestens 25 Prozent altes recyceltes Plastik enthalten. Komisch nur, dass schon seit 2015 durchschnittlich 26 Prozent Altplastik in den neuen Getränkeflaschen eingebracht wird.

Diese Quote soll ab 2030 dann noch auf grandiose mindestens 30 Prozent für sämtliche Getränkeflaschen aus Einweg-Kunststoff erhöht werden. Komisch wieder, dass nach dem Bundesumweltministerium schon jetzt die technologischen Möglichkeiten für vollständig aus Altplastik hergestellte Getränkeflaschen bestehen.

Unstimmig und zum Teil diskriminierend, trifft diese Gesetzgebung auch die schon ab dem 3. Juli 2021 vom Handel ausgeschlossenen Wegwerfprodukte aus Plastik wie etwa Einwegbesteck und -Teller, To-Go-Becher, Einweg-Lebensmittelbehälter aus Styropor, Strohhalme und Rührstäbchen .

Auch Caterer, Lieferdienste und Restaurants werden ab 2023 verpflichtet, Mehrweglösungen als Alternative zu Einwegbehältern für Essen und Getränke anzubieten. Dies gilt in der gesamten Europäischen Union. Kleine Gastrobetriebe mit maximal fünf Beschäftigten sowie maximal 80 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen ihrer Kundschaft die Speisen und Getränke auch in mitgebrachte Behälter abfüllen.

Wenn du dazu noch eine revolutionäre ressourcen- und gesundheitsschonende Mehrweglösung hast, dann komm ganz nach vorn in den Bus. Wir unterstützen dich auf deinem Weg mit einem Coaching oder bei der Erstellung deines Lebenslaufs, Bewerbungsschreiben oder Kündigungsschreibens.