19.11.2020

Verstaatlichung geht weiter

Soloselbständige & Ökosysteme in Gefahr

Stell dir vor, du hast eine kleine Pizzeria eröffnet und möchtest für den wirtschaftlichen Betrieb deine Speisen auch ausliefern. Deine Marketingausgaben dafür, dass du als neuer Anbieter online gefunden wirst, wären enorm.

Du musst eine Website erstellen, die mit einem komplexen Bestellsystem ausgestattet ist. Daten würden gespeichert und müssen gesichert werden. Deine komplexe Website musst du also ständig warten. Zusätzlich musst du dich in den Suchmaschinen gegen alte Hasen mit viel Geld behaupten.

Deswegen sind technologische Systeme entstanden, mit denen du nicht nur deine Marketingkosten reduzieren kannst. Gleichzeitig kannst du dort vertrauenswürdige Subleistungen wie eben Kundenakquise, Bestellvorgang, Rechnungslegung, Bezahlung, Buchhaltung bis technischen Service in Anspruch nehmen. Du kannst dich dadurch in Ruhe auf deine Lieblingstätigkeit konzentrieren.

Nicht nur bei den Essenlieferanten auch in anderen Märkten sind solche Zusammenschlüsse von klein- bis mittelständigen Unternehmen entstanden. Dies vor allem durch die Monopolstellung großer Suchmaschinenanbieter, komplexe Datenschutzverordnungen, unübersichtliche Gesetze, fallstrickartige Regularien bis hin zu marktschädlichen staatlichen Plattformen. 

Allein durch den Zusammenschluss in solchen digitalen Gemeinschaften können die vielfach Soloselbständigen überhaupt noch aktiv am Markt teilnehmen. Dachdecker, Berater, Freelancer bis hin zur kleinen Pizzeria, können so ihre Dienstleistungen für die Gesellschaft präsentieren und vielfach auch einfach abwickeln.

Projektbezogene Tätigkeiten, angefacht durch die neuen Technologien sowie agiles Zusammenwirken werden glücklicherweise zunehmen. Dies sind jedoch Entwicklungen, welche fern politischer Einflussnahme ablaufen. Dieses Feld will man als Politik jetzt für sich erobern. Ein erster Schritt dazu sollte das Homeofficegesetz werden. Jetzt setzt man zum nächsten Schlag gegen die Liberalisierung der Wirtschaft an.

Um auch in Zukunft den politisch lenkbaren Kräften wie Gewerkschaften, Berufsgenossenschaften, Kammern und ineffizienten Sozialversicherungen eine Bühne zu geben, will das Bundesarbeitsministerium jetzt die unternehmerischen Ökosysteme regulieren.

So sollen vor allem die Soloselbständigen über eine Hintertür an das gesetzliche Sozialversicherungssystem angeschlossen werden. Sie werden einfach als "Plattformarbeiter" bezeichnet. Gewerkschaften sollen den Betrieb der Zusammenschlüsse und die Arbeitsweise der angeschlossenen Unternehmen überwachen...

Deutschland bräuchte dringend Deregulierungen, an die Zeit angepasste Gesetze, klare Steuern- sowie Abgabenordnungen, dringende grundlegende Änderungen im Arbeitslosensystem, in der Bildung bis zum Pflege- und Gesundheitswesen.

Statt dies als gesetzgebende politische Gewalt anzupacken und endlich mal umzusetzen, werden mediale Nebelkerzen gezündet, um in den Köpfen der Unwissenden ablenkende Feindbilder zu schaffen.

So hat das Bundesarbeitsministerium heute keine neuen Maßnahmen oder Gesetze für mehr Unternehmertum und damit mehr Arbeitsplätze oder eine Strukturreform in der Arbeitslosenversicherung verkündet. Stattdessen hat es in einem ausschweifenden, polarisierenden Schreiben die vorgenannten altbackenen Strukturen gelobt und die Beschneidung des freien Unternehmertum vorbereitet.

Nach der schändlichen Markteinmischung des Gesundheitsministerium letzte Woche, wie auch der schon langjährigen Einmischung durch das Wirtschaftministerium, zieht nun ein weiteres Ministerium nach.

Der deutsche Bürger wird damit weiter politisch motiviert an der Nase herum geführt und die Wirtschaft massivst geschwächt. Wie der deutsche Finanzminister in der Haushaltsdebatte schon verlauten liess, will die Politik die Wirtschaft modernisieren, sprich zu ihrer Marionette machen.

Findet in Deutschland keine freie Wertschöpfung durch Soloselbständige und Unternehmen mehr statt, leiden nicht nur die Beschäftigten sondern insbesondere die sozial Schwachen, Kinder, Kranken und Pflegebedürftigen. Denn wo sollen sonst die alles finanzierenden Steuereinnahmen herkommen?

Wir sind an dieser Stelle wieder sprachlos und bitten dich über diese Situation erneut nachzudenken. Und zu überlegen, welche Schlüsse du daraus ziehen kannst..